(21.03.2014)

Kaum beachtet – der internationale Tag gegen Rassismus

21. März 2014. Heute (Freitag, 21. März) ist der internationale Tag gegen Rassismus – ein Tag, der in den Medien weit weniger Beachtung findet, als der „Tag der Komplimente“ oder der „Weltknuddel-Tag“. Für den Deutschen Schutzverband gegen Diskriminierung e. V. ein willkommener Anlass um für mehr Toleranz und Menschenfreundlichkeit zu appellieren.

In zahlreichen deutschen Städten gab es seit dem 10. März 2014  Aktionen und Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus. Gemein haben alle Aktionen, dass sie sich für mehr Vielfalt, Toleranz, aber auch mehr Demokratie stark machen. Alle gemeinsam möchten ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung. „Leider“, so Uwe Hoffmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung (DSD) aus Jena, „findet dieser Tag in den Medien weit weniger Beachtung, als viele unsinnige und überflüssige Feiertage.“ Dennoch sei es beachtlich, dass Jahr für Jahr hunderte von Organisationen, Initiativen, Schulen und Vereine sehr vielfältige Veranstaltungen auf den internationalen Wochen gegen Rassismus durchführen. Uwe Hoffmann: „In Europa wächst die Gefahr einer Wende nach rechts. Das macht sich gerade in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich bemerkbar.“

Der eigentliche Rassismus, oder besser die Gefahr kommt nicht von den kleinen rechtspopulistischen Parteien, sondern oft aus der Mitte der Gesellschaft. Gerade in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit sind rassistische Ressentiments gegen Minderheiten und rassistische Einstellungen schon beinahe gesellschaftsfähig geworden. Besonders dann, wenn auch renommierte Parteien sich im Wahlkampf aus dem rechten Fenster lehnen, um Wählerstimmen für sich zu gewinnen.  „Das macht es Rechtspopulisten, Rechtsextremen und Kulturrassisten relativ leicht“, sagt Hoffmann. „Jeder steht in der Verantwortung für ein friedliches Miteinander. Wir können in Deutschland stolz auf unsere Menschenrechte sein. Sie gehören zur Grundlage unserer Gesellschaft, sie müssen gepflegt und nicht mit Füßen getreten werden.“

Deutschland steht beim Europarat noch immer in der Kritik zu wenig gegen eine rassistische Grundhaltung zu tun. Diese Kritik findet der DSD-Geschäftsführer nicht gerechtfertigt: „Gerade Deutschland ist in den Wochen gegen Rassismus besonders aktiv. Kein anderer EU-Mitgliedsstaat hat derartig viele Veranstaltungen und Initiativen während dieser UN-Wochen zu bieten.“

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