(16.06.2016)

Komplette Auskunft zu Hartz IV? Aber nur wenn Sie Müller heißen

Menschen mit nicht Deutsch klingenden Namen werden von Jobcenter-Mitarbeitern diskriminiert. Dies berichtet zumindest die Berliner Zeitung. Ihr liegt eine bisher unveröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung vor. Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung e. V. (DSD): „Die bisherigen Bemühungen zur Vorbeugung solcher Diskriminierungen zeigen scheinbar keine Wirkung. Sie müssen daher dringend verschärft werden.“

 

Wissenschaftler haben laut Berliner Zeitung im Zuge einer Studie die gleichen zwei Fragen an alle Jobcenter gestellt. Geschah dies unter türkisch oder rumänisch klingenden Pseudonymen, seien die Antworten qualitativ wesentlich schlechter ausgefallen als wenn dies unter deutsch klingenden Pseudonymen geschah. „Aus der Studie würde damit hervorgehen, dass wichtige Informationen einfach unter den Teppich gekehrt werden, wenn Menschen mit türkischen und rumänischen Namen Anfragen stellen. Außerdem werde dann auch suggeriert, dass es viel schwieriger ist Hartz-IV zu bekommen, als es eigentlich ist“, so Hoffmann (www.mehr-hartz4.net).

 

Darüber hinaus würde die Studie darlegen, dass die Ungleichbehandlung nicht überall gleich stark ausgeprägt ist. Die Art der Verwaltung würde eine Rolle spielen, sowie der Standort des Jobcenters. Direkt der Bundesagentur für Arbeit unterstellte Jobcenter wären nicht so stark betroffen als solche in Selbstverwaltung. Auch sei die Ungleichbehandlung in Westdeutschland höher. Der DSD-Geschäftsführer: „Egal wie extrem sie jeweils ausgeprägt ist, es bleibt in jedem Fall eine Diskriminierung die keinesfalls geduldet werden darf und somit abgeschafft gehört.“

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